Werner Neuhaus

Werner Neuhaus, Vogelmensch, 2016

Seit über 20 Jahren lebt und arbeitet der Bildhauer Werner Neuhaus im oberen Emmental. Sein Werkstoff ist ausschliesslich Holz, daraus schafft er eigenwillige Figuren und Formen, manche monumental-raumbeherrschend, andere so filigran, wie es das Holz und sein Werkzeug, die Kettensäge, gerade noch zulassen. Die Natur, das Tierische, Handgreifliche, ist Neuhaus’ Lebenswelt.

Vogelmänner recken uns schwere Schnäbel entgegen – Tiermenschen – stumme Zeugen unserer Entfremdung und zugleich in ihrer anrührenden Ausdruckskraft so nah, dass man ihre rauen Leiber berühren muss. «… Mir scheint, sie warten auf den Einbruch der erlösenden Sprache …», schreibt Martin Kolbe über die monumentale Figurengruppe der «Gerechten». Werner Neuhaus’ Skulpturen suchen in einem unaufhaltsamen Evolutionsprozess nach einer Verortung in unserer Gegenwart, wollen teilhaben an unseren Belangen: holzgesägte Bomben – irrwitziges Arsenal gegen bizarre, hochgekochte Ängste.

Reto Mettler

Webseite: Werner Neuhaus